Vom 8. - 10. Mai 2026 findet an der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz in Chur das 2. Schweizer Lehmbau-Symposium „Lehm verbindet – Tradition trifft Innovation“ statt. Nach der erfolgreichen Austragung 2023 lädt das Symposium erneut zu einem interdisziplinären Austausch über das Bauen mit Lehm als nachhaltigem und traditionellem Baustoff ein. Ziel der Veranstaltung ist es, den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Baukultur zu fördern, innovative Ansätze zu präsentieren und die vielseitige Rolle von Lehm im Bauwesen zu erforschen.
Partner Lehmbau-Symposium
Das 2. Schweizer Lehmbau Symposium lädt dazu ein, Lehm aus unterschiedlichen Perspektiven neu zu entdecken. An drei Tagen treffen Baukultur, Forschung und Praxis aufeinander – im gemeinsamen Dialog über einen Baustoff, der Tradition, Innovation und Zukunft verbindet.
Programm Freitag
| 15:30 | Türöffnung / Abendkasse |
| 16:15 | Begrüssung / Eröffnung |
| 16:30 | Fachvorträge
kurze Pause vorgesehen |
| 18:45 | Podiumsgespräch mit den Referent/-innen |
| 19:10 | Netzwerk-Apéro Eröffnung der Poster-Ausstellung und Austausch |
| 21:00 | Ende der Veranstaltung |
Lehm verbindet – Klima und Baukultur: Vorträge für ein breites Publikum mit Impulsen zu nachhaltigem Bauen mit Lehm anhand von internationalen Projekten. Ein inspirierender Abend, der neue Perspektiven eröffnet und zeigt, wie Lehm aktuelle Fragen zu Klima, Architektur und Baukultur verbindet. Der ideale Einstieg ins Symposium – offen, zugänglich und bewusst interdisziplinär.
Drei Referent/-innen eröffnen ab dem späten Nachmittag den Dialog – mit Projekten und Erfahrungen, die zeigen, wie aus der Klimakrise heraus gebaut werden kann, wie Lehmbaukultur in Anatolien zwischen Tradition und gesellschaftlichem Wandel lebt und wie eine Schweizer „Schüür“ zu einem zeitgemässen, identitätsstiftenden Bauwerk wird. Im Anschluss wird die begleitende Poster- und Wanderausstellung eröffnet und lädt dazu ein, die Vielfalt aktueller Forschungs- und Praxisansätze rund um das Bauen mit Lehm zu entdecken.
In einem Podiumsgespräch zum Thema „Tradition und Innovation in der gelebten Lehmkultur“ diskutieren Expert/-innen konkrete Lösungsansätze für die Herausforderungen des Klimawandels – kritisch, praxisnah und zukunftsorientiert. Der Abend klingt bei einem Netzwerk-Apéro aus – mit Raum für Gespräche, neue Kontakte und vertieften Austausch.
Moderiert wird die Veranstaltung von Christine Gubser, Co-Direktorin von sanu future learning ag. Ein Auftakt, der unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt und den Dialog über eine zeitgemässe Lehmbaukultur eröffnet.
Referent/-innen Freitag
Roman Droux
Selbständiger Regisseur/Produzent/Filmemacher: Kino-Dokumentar- und Kurzspielfilme, Mitglied im Netzwerk für ressourcenorientierte Sanitäranlagen Valoo, Mitinitiant und Drehscheibe des Schlössli-Schüür-Projekts in Kirchdorf
Schlössli-Scheune Kirchdorf - radikal regenerativ: Mit dem Projekt Stalldrang-Kirchdorf wird die 320-jährige Schlössli-Schüür in Kirchdorf, Kt. Bern vor dem Zerfall gerettet und gleichzeitig etwas Sinnvolles für die Gesellschaft bewirkt. Der Beitrag zeigt unter anderem, welche Rolle der Lehm dabei spielt.
Martin Mackowitz und Flurina Seger
Martin Markowitz, DI / Cofounder Lehmit, Architekt, Lehm-Holz Spezialist Lehmit GmbH
Flurina Seger, Projektleiterin Biodiversität, Hilti Foundation
Aus der Klimakrise herausbauen – Holz und Lehm im Verbund: Der Beitrag zeigt, wie Lehmbau als regionaler, kreislauffähiger und regenerativer Baustoff einen wirksamen Beitrag zur Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise leisten kann. Anhand industrieller Holz-Lehm-Systeme, globaler Wissensnetzwerke und transkontinentaler Kooperationen wird ein Bauverständnis vorgestellt, das technologische Innovation, soziale Verantwortung und ökologische Regeneration verbindet.
Dr. Bilgehan Köhler
Archäologin & Projektentwicklerin für Lehmarchitektur und Kulturerbe in Zile (Develi/ Anatolien), Genf (Co-Autor/-innen des Beitrags: Prof. Susanna Schaller – Urban Governance, (CUNY) City University of New York./Dr. Penbegül Öztürk – Architektin (Lehmbau), Nuh Naci Yazgan Universität, Kayseri)
Zile (Anatolien): Lehmbaukultur im Spannungsfeld von Tradition, Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit - eine interdisziplinäre Fallstudie. Der Beitrag untersucht die Lehmbauten von Zile als Ausdruck einer aussergewöhnlichen Kontinuität anatolischer Siedlungs- und Bautraditionen vom Neolithikum bis ins 20. Jahrhundert und ordnet sie in kulturelle, soziale und städtebauliche Transformationsprozesse ein. Durch Dokumentation, Materialanalyse und den Vergleich mit modernen modularen Bauansätzen wird gezeigt, dass die Lehmbauweise von Zile kein historisches Relikt, sondern ein zukunftsfähiges Modell nachhaltiger Baukultur ist.
Programm Samstag
| 08:15 | Türöffnung / Registrierung Teilnehmende |
| 09:15 | Begrüssung / Eröffnung |
| 09:35 | Fachvortrag
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| 10:15 | Kaffee-Pause im Bistro der ibW Posterausstellung zugänglich |
| 10:45 | Fachvorträge
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| 12:05 | Mittagspause Mittagessen im Bistro der ibW, Austausch, Posterausstellung |
| 13:35 | Kombi-Vorträge Die Kombi Vorträge finden in 3 Themenkategorien statt. Insgesamt 6 Vorträge werden in zwei
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| 15:00 | Fachvortrag
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| 15:40 | Kaffee-Pause im Bistro der ibW Posterausstellung |
| 16:20 | Fachvortrag
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| 17:00 | Podiumsgespräch |
| 18:00 | Veranstaltungsende |
Lehm verbindet – Tradition trifft Innovation: Fachvorträge, Impulsreferate, Posterausstellung in den Themenfeldern Innovation, Tradition und Baukultur. Ein intensiver Symposiumstag für Fachleute, der Raum für Austausch, Diskussion und neue Denkansätze zwischen Tradition und Innovation schafft. Unterschiedliche Perspektiven treffen aufeinander und eröffnen neue Sichtweisen auf den Baustoff Lehm.
Der Samstag steht ganz im Zeichen einer lebendigen und selbstbewussten Lehmbauszene: Tradition und Innovation begegnen sich auf Augenhöhe, Forschung trifft auf gelebte Praxis, Regionalität auf internationale Vernetzung. Lehm wird dabei als ganzheitliches System gedacht – konstruktiv, kulturell und gesellschaftlich.
Referent/-innen aus dem gesamten DACH-Raum präsentieren in unterschiedlichen Formaten ihre aktuellen Projekte und Perspektiven. Die Beiträge zeigen, wie vielfältig und zeitgemäss mit Lehm gearbeitet wird – im Detail, im Entwurf und im grossen Massstab.
Die kuratierte Posterausstellung lädt zum Vertiefen und Weiterdenken ein, während die BauBio Wanderausstellung zusätzliche Impulse für gesundes und zukunftsfähiges Bauen setzt.
Moderiert wird der Tag von Christine Gubser, Co-Direktorin von sanu future learning ag. Für Christine Gubser zeigt sich am Bauen mit Lehm «wie mit Ausdauer, Kreativität und (selbst)kritischem Denken Vorurteile überwunden werden und dann im Dialog etwas Neues entstehen kann.»
Ein Symposiumstag, an dem sich Erfahrungen, Ideen und Visionen verdichten – und Chur zum Treffpunkt einer Lehmbauszene wird, die verbindet.
Referent/-innen Samstag
Prof. Dr. Uwe Teutsch
Professor für Tragwerkslehre, Hochschule Luzern Technik & Architektur / Institut für Bauingenieurwesen
Think Earth-Innovatives Bauen für die Zukunft: Das Innosuisse Flagship Projekt Think Earth konzentriert sich auf die Förderung und Entwicklung von Bauweisen, die nicht nur nachhaltig, sondern auch regenerativ sind. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei der ältesten und nachhaltigsten Baumaterialien der Menschheit: Holz und Lehm. Im Zuge des Vortrags wird das Projekt vorgestellt und punktuelle aktuelle Entwicklungen gezeigt.
Nadine Dajanović und Semjon Fehr
Architekturschaffende (ZFH), Fachperson Lehmbau studio ruke KLG, Kunstuniversität Linz (BASEhabitat)
Materialwerkstatt im Berner Jura - Impulse für eine zukunftsorientierte (Um-)Baukultur: Ein Jurahaus von 1743 dient als Lernort für eine zirkuläre Architekturpraxis. Beim Umbauprozess erproben die Architekturschaffenden gemeinsam mit weiteren Fachleuten und Freiwilligen natürliche Materialien. Lehm steht dabei im Fokus und findet vielfältige Anwendung, etwa als Putz, Estrich und Fussboden.
Cornelia Faisst, Martin Mackowitz und Antonia Trager
Bmstr. Mag. arch. Cornelia Faisst: Baumeisterin, Architektin, Kuratorin, Hochschuldozentin Universität Liechtenstein, Mitglied earthHUB / Martin Mackowitz: Architekt, Hochschuldozent, Mitbegründer earthHUB an der Universität Liechtenstein, Lehm Ton Erde Baukunst GmbH, Mitgründer Lehmit GmbH, Mitgründer ERDEN / Antonia Trager, BSc ARCH: Masterstudentin Universität Liechtenstein, Mitglied earthHUB (v.l.n.r.)
Lehmraum Liechtenstein - Forschung und Baukultur am earth HUB der Universität Liechtenstein: Am Projekt «Lehmraum Liechtenstein» des earth HUB der Universität Liechtenstein wird erforscht, wie lokale Erdressourcen der Rheinebene durch Forschung, Lehre und partizipative Baupraxis zu einem resilienten, zirkulären und kulturgetragenen Bausystem transformiert werden können.
Gabriele Götz
Baubiologin IBN, Inhaberin der Ziegelei Götz e.K.,D- 96182 Reckendorf
Kaffeesatz im Lehm - mehr als nur ein Orakel: Ein kleines Stück Nachhaltigkeit Lehm ist fast überall verfügbar – Baustoff daraus zu machen, ist eine andere Sache. Um fertige Lehmprodukte zu erstellen, sind Zuschlagstoffe benötigt, vor allem Bausand. Sand ist ein begehrter und viel eingesetzter Rohstoff. Wir haben uns deshalb die Frage gestellt: Gibt es hierfür nachhaltige Ersatzstoffe? Wir entwickeln Upcycling-Lehmprodukte, die grösstenteils aus Abfallprodukten bestehen. Durch die Verwendung dieser Materialien, fördern wir Kreislauffähigkeit und Nachhaltigkeit. Kaffeesatz, Nussschalen, Spelzen sind hervorragende Zuschlagstoffe für Lehmprodukt. Durch deren Einsatz erzielen wir bei Lehmbaustoffen bedeutende Synergieeffekte.
Referent/-in folgt
Referent/-in folgt (IG Lehm)
Lignum Terra – Lehmplatten als Brandschutzmaterial: Lehmplatten können vielversprechende, ökologische Brandschutz-Materialien für Holzkonstruktionen sein. Breit anerkannte Nachweise und Bemessungsverfahren sind dafür noch nicht vorhanden. Dies war für die IG Lehm Anlass in Zusammenarbeit mit der Lignum Schweiz und der ETH Zürich das Forschungsprojekt Lignum Terra zu realisieren. Diverse Lehmplatten wurden in Brandversuchen auf die Feuerwiderstandsdauer der einzelnen Schichten getestet und die Ergebnisse auf ihre Verlässlichkeit und praktische Anwendbarkeit geprüft. Ziel ist es, herstellerunabhängige Bemessungsvorgaben für Lehmplatten in der Lignum Dokumentation Brandschutz zu integrieren. Der Vortrag gibt Einblick in diese Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem Schwesterprojekt «Beclaydung» an der der TU München, präsentiert aktuelle Erkenntnisse und skizziert relevante Perspektiven.
Julian Mönig
Wissenschaftlicher Assistent Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau / Co-Autor:innen des Beitrags: Andrea Klinge, Daniel Kellenberger, Eike Roswag-Klinge, Sina Jansen
Unterlagsböden aus Lehm: Im EU- und SERI gefördertem Forschungsprojekt «GreeNest» werden im Rahmen eines Reallabors die Rahmenbedingungen für die Anwendung von Lehmböden untersucht. Mit der Materialentwicklung soll eine emissionsarme wiederverwendbare Alternative für Unterlagsböden aufgezeigt und getestet werden.
Ahmed Othman
Bauingenieur und Lehmbauer
Ein modernes altes Wellerlehm-Haus - Sanierung mit Lehm und Stroh aus der Region: Das Projekt zeigt die Restaurierung eines ehemals betonummantelten Weller-Lehm-Hauses in D-Göbschelwitz. Mit lokalen Materialien, gemeinschaftlicher Arbeit und experimentellen Mischungen wird die traditionelle Lehmbauweise als nachhaltige, zukunftsfähige Lösung neu interpretiert.
Katharina Pfahler
M.Eng., Doktorandin OTH Regensburg
Feuchte-Festigkeitskorrelationen und Festigkeitssteigerung von Stampflehm: Stampflehm ist ein nachhaltiger Baustoff, dessen Druckfestigkeit stark vom Feuchtegehalt abhängt. Die Arbeit untersucht das Feuchte-Festigkeitsverhalten und zeigt sinkende Festigkeiten bei höherer Luftfeuchte. Zusätzlich wird belegt, dass integrierte Bewehrungen die Druckfestigkeit erhöhen können.
Andreas Rischanek
Dipl.-Ing. DDr.techn. BEd Prüfer & Scientific Expert Nachhaltigkeit (Camillo Sitte Versuchsanstalt für Bautechnikum, CSVA), Forschung (IBO), Leitung Fachbereich Qualitätssicherung (Netzwerk Lehm)
Standardisierte Baulehmprüfung: Während Lehmbaustoffe bereits normiert sind, fehlt dies für dessen Ausgangsstoff Baulehm. Aber gerade klimarelevante Sekundärrohstoffe wie Bodenaushub sind oft heterogen, was die Verwendung erschwert. Forschungsprojekte am CSVA konnten dafür nun zur besseren Vergleichbarkeit Prüfparameter, Referenznormen und Anforderungen definieren.
Jakobus Schwarz
Univ.Ass. Arch. M.A. Technische Universität Wien, Österreich
Ortlehm in Feldfabriken im urbanen Holzbau: Ortlehm in Feldfabriken gilt als vielversprechendes Narrativ zukünftigen zirkulären Bauens. Anhand von Pionierprojekten zeigt der Beitrag, dass diese Kombination im urbanen Raum derzeit vor allem unter besonderen organisatorischen Voraussetzungen funktioniert und unter welchen Bedingungen ihr Potenzial systematisch nutzbar wäre
Kevin Straub
Projektleiter Tragwerksplanung und Zirkuläres Bauen PIRMIN JUNG Schweiz AG
Lehm im mehrgeschossigen Holzbau mit dem Fokus Konstruktion, Material und Zirkularität: Der Vortrag befasst sich mit der Kombination von Lehm und Holz im modernen mehrgeschossigen Holzbau und beleuchtet die Materialeigenschaften von Lehm. Der Vortrag geht auf die besonderen Eigenschaften von Lehm ein, darunter seine hohe Feuchteregulierungsfähigkeit, seine Wärmespeicherfähigkeit und seine CO₂-Bilanz. Im Zusammenspiel mit Holz bietet Lehm zahlreiche Vorteile, insbesondere in Bezug auf das Raumklima und schall- und wärmedämmende Eigenschaften. Der Vortrag zeigt Optionen der Integration von Lehm in Holzbaukonstruktionen, vor allem in nicht tragenden Innenwänden als auch bautechnische und wirtschaftliche Aspekte, die bei Planung und Umsetzung solcher Kombinationen berücksichtigt werden müssen.
Programm Sonntag
| 09:00 | Start der Exkursion Verkehrsstützpunkt Kantonspolizei // Terrabloc Mauerwerk |
| 09:45 | Abfahrt zu weitern Stationen der Exkursion |
| 10:30 | Neubau Stampflehmhaus «Gässlihus», Grabs (SG), mit Wald- und Dorfgarten |
| 11:45 | Fahrt nach Altstätten (SG) |
| 12:45 | Mittagsapéro und Fachinput zum Haus Ziel, Altstätten, Lehm im Holzhaus, Baubiologie |
| 14:30 | Reise nach Feldkirch/Nofels (Österreich) |
| 15:15 | Neubau Holzhaus in Nofels, Holz-Lehm-Gewölbedecken, Kurzinput zu Hanflehmdämmung |
| 16:30 | Rückreise nach Chur |
| 17:30 | Ende der Exkursion an der ibW, Bahnhof Chur |
Die IG Lehm bietet Ihnen eine Exkursion zu ausgewählten Lehm-Bauten in der Region. Die Exkursion führt zu vier ausgewählten Projekten und zeigt die Vielfalt zeitgenössischer Lehmanwendungen vor Ort.
Verkehrsstützpunkt der Kantonspolizei Chur: Ein funktionaler Neubau mit nachhaltigem Energiekonzept, der Lehm im öffentlichen Kontext sichtbar einsetzt. Das Terrabloc-Sichtmauerwerk aus Lehmsteinen verbindet konstruktive Klarheit mit ressourcenschonendem Materialeinsatz.
Stampflehmhaus «Gässlihus» im Dorfgarten Grabs (SG): Ein 400 Jahre altes Bauernhaus, das versetzt und im Dorfgarten neu aufgebaut wurde. Ein Anbau aus Stampflehm ergänzt die historische Struktur und schafft einen gemeinschaftlich genutzten Ort für Veranstaltungen, Küche, Yoga und Übernachtung – eingebettet in ein Permakulturprojekt.
Haus Ziel in Altstätten (SG): Ein Naturhaus, das Lehm in Kombination mit Holz einsetzt und baubiologische Aspekte wie gesundes Raumklima und nachhaltige Materialwahl konkret erfahrbar werden lässt.
Holzhaus in Nofels (Österreich): Haus Nofels zeigt für die Baupraxis eine kompakte Nachverdichtung mit klarer, funktionaler Architektursprache und einem konsequent regionalen Materialeinsatz. Im Fokus steht die Kombination aus vorgefertigter Holzkonstruktion und Lehmit-Decken, die schnelle Bauabläufe, gute Dämmwerte und ein gesundes Raumklima unterstützt. Mit Lehmbaustoffen aus der Region, Dachbegrünung und Photovoltaik verbindet das Projekt traditionelle Bauweise mit zeitgemässer, ressourcenschonender Gebäudetechnik.
Die Route eröffnet Einblicke in unterschiedliche Massstäbe und Nutzungen – vom öffentlichen Bau über gemeinschaftliche Räume bis hin zu ganzheitlichen Naturhaus-Konzepten – und schafft Gelegenheit zum direkten Austausch mit Beteiligten und Fachpersonen vor Ort.
Bitte beachten:
- Die Exkursion startet am Verkehrsstützpunkt Kantonspolizei, Sommerausstrasse 35, Chur, direkt am Autobahnanschluss Chur-Süd.
- Parkierungsoptionen sind entlang der Rossbodenstrasse oder am Park&Ride Obere Au vorhanden.
- P&R eignet sich durch die Nähe zum Exkursionsstart (Fussweg bis Verkehrsstützpunkt 10 Minuten).
- Am P&R führt die lokale Bäckerei «Café Merz» einen Café-Betrieb, auch am Sonntagmorgen.
- Sowohl der Parkplatz Obere Au als auch der Verkehrsstützpunkt (Haltestelle Medienhaus) sind mit dem Stadtbus 02 in Richtung Obere Au ab Bahnhof Chur zu erreichen. Bitte beachten Sie, dass Fahrkarten für den Bus nicht beim/bei der Busfahrer/-in bezogen werden können. Fahrkarten sind im Bus nur bargeldlos erhältlich. Infos zum Busbetrieb unter churbus.ch.
Posterausstellung
Flavia Matei
Lehm in Fokus: Materialzentrierte Architekturlehre
Der Beitrag zeigt, wie Lehm als regenerativer Baustoff und didaktisches Werkzeug eine praxisorientierte, realitätsnahe Architekturausbildung ermöglicht, die Strategien der Raumgestaltung sowie Handwerk und gesellschaftliche Verantwortung verbindet. Anhand von Design-Build-Projekten zeigt das Studio BASEhabitat, wie materialzentriertes Lernen mit Lehm systemisches Denken, ökologische Kompetenz und soziale Wirkung in der Ausbildung künftiger Architekt:innen fördert.
Gabriela Lozano Vranic
Kroatisches Kompetenzzentrum für Lehmbau - Chance oder Utopie?
Der Beitrag stellt die Initiative zur Umnutzung eines denkmalgeschützten donauschwäbischen Lehmhauses in der kroatischen Baranja zu einem ganzjährigen Kompetenzzentrum für Lehmbau («MOKOŠ») vor, das Bildung, Produktion und Vermittlung verbindet. Ziel ist es, traditionelles Wissen zu reaktivieren, Lehm als zeitgemäßen Baustoff neu zu positionieren und durch internationale Vernetzung, kulturelle Angebote und regionale Verankerung eine nachhaltige Baukultur zu fördern.
DI Ute Muñoz-Czerny
Der Beitrag von Lehm zur Ressourcen- und Bauwende
In den am IBO durchgeführten Forschungsprojekten werden sowohl theoretische Grundlagen erarbeitet als auch praktische Anwendungen von Lehm im Bauwesen begleitet. Untersucht wird unter anderem, wie lokal anfallender Aushub zur Herstellung von Lehmbaustoffen genutzt werden kann und welche rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. In einem weiteren Projekt wurde anhand einer temperierten Stampflehmwand erforscht, wie Lehm das Raumklima in Bezug auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst.
Sebastian Jockers
Innendämmung im Fachwerkbau – Feuchtetechnische Untersuchung biobasierter Innendämmungen in Kombination mit Lehm anhand von hygrothermischen Simulationen
Feuchtetechnische Untersuchung biobasierter Innendämmungen in Kombination mit Lehm anhand von hygrothermischen Simulationen Kurzbeschrieb: Der Erhalt und die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden sowie der Einsatz biobasierter Baustoffe sind wichtige Strategien im Sinne der Bauwende, die bei der nachträglichen Innendämmung von Fachwerkbauten Beachtung finden können. Da die Innendämmung bauphysikalisch problematisch ist und Untersuchungen zu biobasierten Innendämmungen in Kombination mit Lehm kaum vorhanden sind, wurden im Rahmen einer Abschlussarbeit mit WUFI hygrothermische Simulationen von unterschiedlichen Innendämmungen durchgeführt und analysiert. Tiefergehend wurde dabei untersucht, ob die Systeme unterschiedliche bauphysikalische Verhaltensweisen aufweisen und welche Parameter für die Funktionstüchtigkeit entscheidend sind.
Franz-Felix Juen & Jonas Pfister
Anschlussdetails und konstruktive Lösungen im hybriden Holz-Lehmbau
Im Umfang des Projektes Lehmraum Liechtenstein werden innovative konstruktive Lösungen für die Anschlüsse im hybriden Holz-Lehmbau erforscht. Im Fokus stehen bauphysikalisch optimierte Anschlüsse, die materialgerecht und soweit wie möglich ohne synthetische Dichtstoffe realisiert werden. Die entwickelten Lösungen sollen als beispielhafter Katalog dienen, der mögliche Anschlussprinzipien aufzeigt und als Orientierung für zukünftige Projekte herangezogen werden kann.
Zäzilia Maria Frager
Titel des Posters: „Material statt Oberfläche: Gestaltungspotenziale im Lehm-Holz-Hybridbau“
Das Poster untersucht Stampflehm als primäres Baumaterial – nicht als blosse Oberfläche, sondern als strukturbildenden, klimaregulierenden und atmosphärischen Träger. Im Projekt „Lehmraum Liechtenstein“ wird Lehm als aktiver Gestalter von Raum, Haptik und Atmosphäre begriffen: Seine materielle Dichte, Porosität und Farbtiefe prägen die räumliche Erfahrung, während Holz ausschließlich als unterstützendes Element fungiert. Durch Präfabrizierung, Modularität und gezielte Lichtführung entsteht eine Architektur, die Materialität über Ästhetik stellt – Lehm wird hier zum Träger von Funktionalität, Sinnlichkeit und räumlicher Identität.
Boris Dobrinic, Otto Schlosser
Zirkularität im Sockelbereich – Re-use Betonfundamente und Abdichtung mit Lehm
Ökologische Bauten unserer Zeit nutzen CO₂-arme Materialien wie Lehm, haben aber im Sockelbereich eine Schwachstelle: Hier werden meist Betonfundamente mit erdölbasierten Abdichtungen wie Bitumen oder Kunststoffen verwendet. Dieses Projekt untersucht, ob wiederverwendete Betonblöcke eine nachhaltige Alternative für die Fundamentgestaltung darstellen können. Zudem prüft es, inwiefern eine verdichtete Lehmschicht als feuchtigkeitsresistente Abdichtung Bitumen und Kunststoffe ersetzen lässt.
Elisabetta Maria Schmidtlein
From Soil to Structure: Geological Diversity of Clays in Tuscany and Their Potential – A Journey of Discovery
The research examines the renaissance of clay-based materials in Tuscany, focusing on a territory characterized by its remarkable geological diversity. A central method of the project involves mapping, analysis, and testing of various clay deposits within a limited area, following a decentralized, small-scale approach by exploring local material sources in a rural environment. The project focuses on the development of clay plasters and mineral pigments for environmentally friendly use in restoration and new construction in the Mediterranean climatic and cultural context.
Posterausstellung in der Übersicht
Titel | Name | Institution |
From Soil to Structure: Geological Diversity of Clays in | Elisabetta Maria Schmidtlein | TU Wien, Fakultät für Architektur und Entwerfen |
Der Beitrag von Lehm zur Ressourcen- und Bauwende | Ute Muñoz-Czerny | BA / IBO - Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie |
Lehm in Fokus: Materialzentrierte Architekturlehre | Flavia Matei | Studio BASEhabitat, Kunstuniversität Linz |
Innendämung im Fachwerkbau - Feuchtetechnische Untersuchung | Sebastian Jockers | B. Eng. Holzingenieurwesen HAWK & Fachingenieur für Lehmbau WBA, Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar e.V. |
Kroatisches Kompetenzzentrum für Lehmbau - Chance oder | Gabriela Lozano Vranic | Gemeinnütziger Verein FANTAST |
Anschlussdetails und konstruktive Lösungen im hybriden | Franz-Felix Juen, Jonas Pfister | Bsc. Arch. - earth HUB, Universität Liechtenstein |
Material statt Oberfläche: Gestaltungspotenziale im | Zäzilia Maria Frager | earth HUB, Universität Liechtenstein |
Zirkularität im Sockelbereich – Re-use Betonfundamente und | Boris Dobrinic, Otto Schlosser | BSc. Arch. – earth HUB, Universität Liechtenstein |
Preise
Freitag (Vorträge inklusive Apéro)
- Regulärer Preis: 35.- CHF
- Studierende: 20.- CHF
Samstag (Symposium inklusive Zwischenverpflegung und Mittagessen)
- Regulärer Preis: 375.- CHF
- Mitglieder IG Lehm, ibW Förderverein, Baubioswiss: 290.- CHF
- Studierende: 150.- CHF
Sonntag (Exkursion ab Chur inklusive Mittagslunch)
- Regulärer Preis: 90.- CHF
- Symposiumteilnehmer/-innen: 70.- CHF
- Studierende, Mitglieder IG Lehm, ibW Förderverein, Baubioswiss: 50.- CHF
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