2. Schweizer Lehmbau-Symposium: „Lehm verbindet – Tradition trifft Innovation“

Vom 8. - 10. Mai 2026 findet an der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz in Chur das 2. Schweizer Lehmbau-Symposium „Lehm verbindet – Tradition trifft Innovation“ statt. Nach der erfolgreichen Austragung 2023 lädt das Symposium erneut zu einem interdisziplinären Austausch über das Bauen mit Lehm als nachhaltigem und traditionellem Baustoff ein. Ziel der Veranstaltung ist es, den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Baukultur zu fördern, innovative Ansätze zu präsentieren und die vielseitige Rolle von Lehm im Bauwesen zu erforschen.

Hauptsponsor Lehmbau-Symposium

Das 2. Schweizer Lehmbau Symposium lädt dazu ein, Lehm aus unterschiedlichen Perspektiven neu zu entdecken. An drei Tagen treffen Baukultur, Forschung und Praxis aufeinander – im gemeinsamen Dialog über einen Baustoff, der Tradition, Innovation und Zukunft verbindet.

Programm Freitag

Freitag

Lehm verbindet – Klima und Baukultur: Vorträge für ein breites Publikum mit Impulsen zu nachhaltigem Bauen mit Lehm anhand von internationalen Projekten. Ein inspirierender Abend, der neue Perspektiven eröffnet und zeigt, wie Lehm aktuelle Fragen zu Klima, Architektur und Baukultur verbindet. Der ideale Einstieg ins Symposium – offen, zugänglich und bewusst interdisziplinär.

Drei Referent:innen eröffnen ab dem späten Nachmittag den Dialog – mit Projekten und Erfahrungen, die zeigen, wie aus der Klimakrise heraus gebaut werden kann, wie Lehmbaukultur in Anatolien zwischen Tradition und gesellschaftlichem Wandel lebt und wie eine Schweizer „Schüür“ zu einem zeitgemässen, identitätsstiftenden Bauwerk wird. Im Anschluss wird die begleitende Poster- und Wanderausstellung eröffnet und lädt dazu ein, die Vielfalt aktueller Forschungs- und Praxisansätze rund um das Bauen mit Lehm zu entdecken. 

In einem Podiumsgespräch zum Thema „Tradition und Innovation in der gelebten Lehmkultur“ diskutieren Expert/-innen konkrete Lösungsansätze für die Herausforderungen des Klimawandels – kritisch, praxisnah und zukunftsorientiert. Der Abend klingt bei einem Netzwerk-Apéro aus – mit Raum für Gespräche, neue Kontakte und vertieften Austausch. Moderiert wird die Veranstaltung von Christine Gubser, Co-Direktorin von sanu future learning ag. Ein Auftakt, der unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt und den Dialog über eine zeitgemässe Lehmbaukultur eröffnet.

Referent/-innen Freitag

Roman Droux

Selbständiger Regisseur/Produzent/Filmemacher: Kino-Dokumentar- und Kurzspielfilme, Mitglied im Netzwerk für ressourcenorientierte Sanitäranlagen Valoo, Mitinitiant und Drehscheibe des Schlössli-Schüür-Projekts in Kirchdorf

Schlössli-Scheune Kirchdorf - radikal regenerativ: Mit dem Projekt Stalldrang-Kirchdorf wird die 320-jährige Schlössli-Schüür in Kirchdorf, Kt. Bern vor dem Zerfall gerettet und gleichzeitig etwas Sinnvolles für die Gesellschaft bewirkt. Der Beitrag zeigt unter anderem, welche Rolle der Lehm dabei spielt.

Martin Mackowitz

DI / Cofounder Lehmit, Architekt, Lehm-Holz Spezialist Lehmit GmbH 

Aus der Klimakrise herausbauen – Holz und Lehm im Verbund: Der Beitrag zeigt, wie Lehmbau als regionaler, kreislauffähiger und regenerativer Baustoff einen wirksamen Beitrag zur Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise leisten kann. Anhand industrieller Holz-Lehm-Systeme, globaler Wissensnetzwerke und transkontinentaler Kooperationen wird ein Bauverständnis vorgestellt, das technologische Innovation, soziale Verantwortung und ökologische Regeneration verbindet.

Dr. Bilgehan Köhler

Archäologin & Projektentwicklerin für Lehmarchitektur und Kulturerbe in Zile (Develi/ Anatolien), Genf (Co-Autor:innen des Beitrags: Prof. Susanna Schaller – Urban Governance, (CUNY) City University of New York./Dr. Penbegül Öztürk – Architektin (Lehmbau), Nuh Naci Yazgan Universität, Kayseri) 

Zile (Anatolien): Lehmbaukultur im Spannungsfeld von Tradition, Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit:  Eine interdisziplinäre Fallstudie Der Beitrag untersucht die Lehmbauten von Zile als Ausdruck einer aussergewöhnlichen Kontinuität anatolischer Siedlungs- und Bautraditionen vom Neolithikum bis ins 20. Jahrhundert und ordnet sie in kulturelle, soziale und städtebauliche Transformationsprozesse ein. Durch Dokumentation, Materialanalyse und den Vergleich mit modernen modularen Bauansätzen wird gezeigt, dass die Lehmbauweise von Zile kein historisches Relikt, sondern ein zukunftsfähiges Modell nachhaltiger Baukultur ist.

Programm Samstag

Lehm verbindet – Tradition trifft Innovation: Fachvorträge, Impulsreferate, Posterausstellung in den Themenfeldern Innovation, Tradition und Baukultur. Ein intensiver Symposiumstag für Fachleute, der Raum für Austausch, Diskussion und neue Denkansätze zwischen Tradition und Innovation schafft. Unterschiedliche Perspektiven treffen aufeinander und eröffnen neue Sichtweisen auf den Baustoff Lehm.

Der Samstag steht ganz im Zeichen einer lebendigen und selbstbewussten Lehmbauszene: Tradition und Innovation begegnen sich auf Augenhöhe, Forschung trifft auf gelebte Praxis, Regionalität auf internationale Vernetzung. Lehm wird dabei als ganzheitliches System gedacht – konstruktiv, kulturell und gesellschaftlich.

Referent/-innen aus dem gesamten DACH-Raum präsentieren in unterschiedlichen Formaten ihre aktuellen Projekte und Perspektiven. Die Beiträge zeigen, wie vielfältig und zeitgemäss mit Lehm gearbeitet wird – im Detail, im Entwurf und im grossen Massstab. 

Die kuratierte Posterausstellung lädt zum Vertiefen und Weiterdenken ein, während die BauBio Wanderausstellung zusätzliche Impulse für gesundes und zukunftsfähiges Bauen setzt. 

Moderiert wird der Tag von Christine Gubser, Co-Direktorin von sanu future learning ag. Für Christine Gubser zeigt sich am Bauen mit Lehm «wie mit Ausdauer, Kreativität und (selbst)kritischem Denken Vorurteile überwunden werden und dann im Dialog etwas Neues entstehen kann.» 

Ein Symposiumstag, an dem sich Erfahrungen, Ideen und Visionen verdichten – und Chur zum Treffpunkt einer Lehmbauszene wird, die verbindet.

Referent/-innen Samstag

Anna Heringer

Architektin

Weitere Infos folgen.

Martin Rauch

Honorarprofessor und Gründer Lehm Ton Erde Baukunst GmbH

Lehm verbindet – Tradition trifft Innovation: «Mit Lehm zu bauen ist kein Rückschritt zur traditionellen Bauweise, sondern ein notwendiger Schritt zur Vernunft im modernen Bauwesen.»

Nadine Dajanović und Semjon Fehr

Architekturschaffende (ZFH), Fachperson Lehmbau studio ruke KLG, Kunstuniversität Linz (BASEhabitat)

Materialwerkstatt im Berner Jura Impulse für eine zukunftsorientierte (Um-)Baukultur: Ein Jurahaus von 1743 dient als Lernort für eine zirkuläre Architekturpraxis. Beim Umbauprozess erproben die Architekturschaffenden gemeinsam mit weiteren Fachleuten und Freiwilligen natürliche Materialien. Lehm steht dabei im Fokus und findet vielfältige Anwendung, etwa als Putz, Estrich und Fussboden.

Cornelia Faisst, Martin Mackowitz und Antonia Trager

Bmstr. Mag. arch. Cornelia Faisst: Baumeisterin, Architektin, Kuratorin, Hochschuldozentin Universität Liechtenstein, Mitglied earthHUB / Martin Mackowitz: Architekt, Hochschuldozent, Mitbegründer earthHUB an der Universität Liechtenstein, Lehm Ton Erde Baukunst GmbH, Mitgründer Lehmit GmbH, Mitgründer ERDEN / Antonia Trager, BSc ARCH: Masterstudentin Universität Liechtenstein, Mitglied earthHUB (v.l.n.r.)

Lehmraum Liechtenstein - Forschung und Baukultur am earth HUB der Universität Liechtenstein: Am Projekt «Lehmraum Liechtenstein» des earth HUB der Universität Liechtenstein wird erforscht, wie lokale Erdressourcen der Rheinebene durch Forschung, Lehre und partizipative Baupraxis zu einem resilienten, zirkulären und kulturgetragenen Bausystem transformiert werden können.

Gabriele Götz

Baubiologin IBN, Inhaberin der Ziegelei Götz e.K.,D- 96182 Reckendorf 

Kaffeesatz im Lehm - mehr als nur ein Orakel: Ein kleines Stück Nachhaltigkeit Lehm ist fast überall verfügbar – Baustoff daraus zu machen, ist eine andere Sache. Um fertige Lehmprodukte zu erstellen, sind Zuschlagstoffe benötigt, vor allem Bausand. Sand ist ein begehrter und viel eingesetzter Rohstoff. Wir haben uns deshalb die Frage gestellt: Gibt es hierfür nachhaltige Ersatzstoffe? Wir entwickeln Upcycling-Lehmprodukte, die grösstenteils aus Abfallprodukten bestehen. Durch die Verwendung dieser Materialien, fördern wir Kreislauffähigkeit und Nachhaltigkeit. Kaffeesatz, Nussschalen, Spelzen sind hervorragende Zuschlagstoffe für Lehmprodukt. Durch deren Einsatz erzielen wir bei Lehmbaustoffen bedeutende Synergieeffekte.

Referent/-in folgt

Referent/-in folgt (IG Lehm)

Lignum Terra – Lehmplatten als  Brandschutzmaterial: Lehmplatten können vielversprechende, ökologische Brandschutz-Materialien für Holzkonstruktionen sein. Breit anerkannte Nachweise und Bemessungsverfahren sind dafür noch nicht vorhanden. Dies war für die IG Lehm Anlass in Zusammenarbeit mit der Lignum Schweiz und der ETH Zürich das Forschungsprojekt Lignum Terra zu realisieren. Diverse Lehmplatten wurden in Brandversuchen auf die Feuerwiderstandsdauer der einzelnen Schichten getestet und die Ergebnisse auf ihre Verlässlichkeit und praktische Anwendbarkeit geprüft. Ziel ist es, herstellerunabhängige Bemessungsvorgaben für Lehmplatten in der Lignum Dokumentation Brandschutz zu integrieren. Der Vortrag gibt Einblick in diese Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem Schwesterprojekt «Beclaydung» an der der TU München, präsentiert aktuelle Erkenntnisse und skizziert relevante Perspektiven.

Julian Mönig

Wissenschaftlicher Assistent Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau / Co-Autor:innen des Beitrags: Andrea Klinge, Daniel Kellenberger, Eike Roswag-Klinge, Sina Jansen 

Unterlagsböden aus Lehm: Im EU- und SERI gefördertem Forschungsprojekt «GreeNest» werden im Rahmen eines Reallabors die Rahmenbedingungen für die Anwendung von Lehmböden untersucht. Mit der Materialentwicklung soll eine emissionsarme wiederverwendbare Alternative für Unterlagsböden aufgezeigt und getestet werden.

Ahmed Othman

Bauingenieur und Lehmbauer 

Ein modernes altes Wellerlehm-Haus - Sanierung mit Lehm und Stroh aus der Region: Das Projekt zeigt die Restaurierung eines ehemals betonummantelten Weller-Lehm-Hauses in D-Göbschelwitz. Mit lokalen Materialien, gemeinschaftlicher Arbeit und experimentellen Mischungen wird die traditionelle Lehmbauweise als nachhaltige, zukunftsfähige Lösung neu interpretiert.

Katharina Pfahler

M.Eng., Doktorandin OTH Regensburg 

Feuchte-Festigkeitskorrelationen und Festigkeitssteigerung von Stampflehm: Stampflehm ist ein nachhaltiger Baustoff, dessen Druckfestigkeit stark vom Feuchtegehalt abhängt. Die Arbeit untersucht das Feuchte-Festigkeitsverhalten und zeigt sinkende Festigkeiten bei höherer Luftfeuchte. Zusätzlich wird belegt, dass integrierte Bewehrungen die Druckfestigkeit erhöhen können.

Andreas Rischanek

Dipl.-Ing. DDr.techn. BEd Prüfer & Scientific Expert Nachhaltigkeit (Camillo Sitte Versuchsanstalt für Bautechnikum, CSVA), Forschung (IBO), Leitung Fachbereich Qualitätssicherung (Netzwerk Lehm) 

Standardisierte Baulehmprüfung: Während Lehmbaustoffe bereits normiert sind, fehlt dies für dessen Ausgangsstoff Baulehm. Aber gerade klimarelevante Sekundärrohstoffe wie Bodenaushub sind oft heterogen, was die Verwendung erschwert. Forschungsprojekte am CSVA konnten dafür nun zur besseren Vergleichbarkeit Prüfparameter, Referenznormen und Anforderungen definieren.

Jakobus Schwarz

Univ.Ass. Arch. M.A. Technische Universität Wien, Österreich 

Ortlehm in Feldfabriken im urbanen Holzbau: Ortlehm in Feldfabriken gilt als vielversprechendes Narrativ zukünftigen zirkulären Bauens. Anhand von Pionierprojekten zeigt der Beitrag, dass diese Kombination im urbanen Raum derzeit vor allem unter besonderen organisatorischen Voraussetzungen funktioniert und unter welchen Bedingungen ihr Potenzial systematisch nutzbar wäre

Kevin Straub

Projektleiter Tragwerksplanung und Zirkuläres Bauen PIRMIN JUNG Schweiz AG 

Lehm im mehrgeschossigen Holzbau mit dem Fokus Konstruktion, Material und Zirkularität: Der Vortrag befasst sich mit der Kombination von Lehm und Holz im modernen mehrgeschossigen Holzbau und beleuchtet die Materialeigenschaften von Lehm. Der Vortrag geht auf die besonderen Eigenschaften von Lehm ein, darunter seine hohe Feuchteregulierungsfähigkeit, seine Wärmespeicherfähigkeit und seine CO₂-Bilanz. Im Zusammenspiel mit Holz bietet Lehm zahlreiche Vorteile, insbesondere in Bezug auf das Raumklima und schall- und wärmedämmende Eigenschaften. Der Vortrag zeigt Optionen der Integration von Lehm in Holzbaukonstruktionen, vor allem in nicht tragenden Innenwänden als auch bautechnische und wirtschaftliche Aspekte, die bei Planung und Umsetzung solcher Kombinationen berücksichtigt werden müssen.

Programm Sonntag

Die IG Lehm bietet Ihnen eine Exkursion zu ausgewählten Lehm-Bauten in der Region. Die Exkursion führt zu vier ausgewählten Projekten und zeigt die Vielfalt zeitgenössischer Lehmanwendungen vor Ort: 

Verkehrsstützpunkt der Kantonspolizei Chur: Ein funktionaler Neubau mit nachhaltigem Energiekonzept, der Lehm im öffentlichen Kontext sichtbar einsetzt. Das Terrabloc-Sichtmauerwerk aus Lehmsteinen verbindet konstruktive Klarheit mit ressourcenschonendem Materialeinsatz. 

Stampflehmhaus «Gässlihus» im Dorfgarten Grabs (SG): Ein 400 Jahre altes Bauernhaus, das versetzt und im Dorfgarten neu aufgebaut wurde. Ein Anbau aus Stampflehm ergänzt die historische Struktur und schafft einen gemeinschaftlich genutzten Ort für Veranstaltungen, Küche, Yoga und Übernachtung – eingebettet in ein Permakulturprojekt. 

Haus Ziel in Altstätten (SG): Ein Naturhaus, das Lehm in Kombination mit Holz einsetzt und baubiologische Aspekte wie gesundes Raumklima und nachhaltige Materialwahl konkret erfahrbar werden lässt. 

Weitere Station in Planung: Eine zusätzliche Perspektive auf aktuelle Lehmanwendungen in der Region wird das Programm ergänzen. 

Die Route eröffnet Einblicke in unterschiedliche Massstäbe und Nutzungen – vom öffentlichen Bau über gemeinschaftliche Räume bis hin zu ganzheitlichen Naturhaus-Konzepten – und schafft Gelegenheit zum direkten Austausch mit Beteiligten und Fachpersonen vor Ort.

Preise

Freitag (Vorträge inklusive Apéro)

  • Regulärer Preis: 35.- CHF
  • Studierende: 20.- CHF

Samstag (Symposium inklusive Zwischenverpflegung und Mittagessen)

  • Regulärer Preis: 375.- CHF
  • Mitglieder IG Lehm, ibW Förderverein, Baubioswiss: 290.- CHF
  • Studierende: 150.- CHF

Sonntag (Exkursion ab Chur inklusive Mittagslunch)

  • Regulärer Preis: 90.- CHF
  • Symposiumteilnehmer/-innen: 70.- CHF
  • Studierende, Mitglieder IG Lehm, ibW Förderverein, Baubioswiss: 50.- CHF
zur Anmeldung

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Student/-in
Referent/-in / Posterbeitrag Symposium

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