Marco Waltert, Student dipl. Förster HF

Marco Waltert

Wer Marco Waltert begegnet, merkt schnell: Hier ist jemand unterwegs, der die Natur nicht nur liebt, sondern in ihr auch Kraft findet. Der 32-Jährige beschreibt sich selbst als ruhigen Menschen – eine Mischung aus Einzelgänger und geselligem Typ. Er ist gerne draussen, schätzt die Freiheit in den Bergen und findet in der Natur den Ausgleich zur Hektik des Alltags. Ob auf Hochtouren, mit den Skiern im Gelände oder bei der Jagd: Das Leben draussen ist für ihn weit mehr als ein Hobby. 

Dass er einmal im Wald arbeiten würde, zeichnete sich schon früh ab. Mit 16 kam Waltert durch einen Kollegen, der die Lehre als Forstwart machte, erstmals auf den Gedanken, den Wald zu seinem Arbeitsort zu machen. Schnell wurde ihm klar, dass die Arbeit ideal zu ihm und seinem privaten Umfeld passt. Nach der Kantonsschule merkte Waltert, dass ein klassisches Studium für ihn nicht der richtige Weg ist. Stattdessen entschied er sich für einen Beruf, in dem er schätzt, «am Ende des Tages konkret zu sehen, was man geleistet hat». Genau das macht für der Forstberuf für ihn zum Traumjob: die Sinnhaftigkeit, die Nähe zur Natur und das befriedigende Gefühl, mit der eigenen Arbeit etwas Bleibendes zu schaffen. 

Marco Waltert

Der Wald bedeutet Waltert persönlich viel: «Er gibt mir Ruhe und Energie zugleich», sagt er. Diese Verbindung zur Natur ist auch einer der Gründe, warum ihn die Arbeit als Forstwart von Anfang an fasziniert hat. Ursprünglich war es der Nachhaltigkeitsgedanke, der ihn in die Branche zog. Mit der Zeit wurde daraus mehr: eine echte berufliche Perspektive mit Sinn und Entwicklungsmöglichkeiten.

Früh war klar: Der nächste Schritt führt zum Förster HF 

Für Waltert stand schon kurz nach der Lehre fest, dass er sich eines Tages zum Förster HF weiterbilden möchte. Ihm war bewusst, dass der Beruf des Forstwarts körperlich anspruchsvoll ist und nicht von allen bis zur Pensionierung ausgeübt werden kann. Umso wichtiger sei es, frühzeitig die nächsten Schritte zu planen: «Der Weg zum Förster hat mich am meisten interessiert.»

Die Vielfalt macht die Ausbildung für mich besonders spannend und wertvoll.
Marco Waltert, Student dipl. Förster HF

Nach einigen Berufsjahren entschied er sich darum bewusst für den Vollzeit-Lehrgang am Bildungszentrum Wald in Maienfeld. Ausschlaggebend war für ihn der Wunsch, sich ganz auf die Ausbildung zu konzentrieren und ein klares Ziel vor Augen zu haben. Gerade im berufsbegleitenden Modell wäre die Doppelbelastung im Betrieb für ihn deutlich grösser gewesen. 

Anfang Januar 2026 ist Waltert in die Ausbildung gestartet. Die ersten Wochen erlebte er als intensiv und stark theorielastig. Zu Beginn gehe es halt darum, ein gemeinsames Fundament zu schaffen, Fachbegriffe zu klären und in vielen Themenfeldern gleichzeitig Fuss zu fassen, meint er. Am liebsten mag er waldbauliche Themen – ein Bereich, der viele angehende Förster besonders begeistert. 

Kleine Klasse, grosser Mehrwert 

Auch das Lernumfeld überzeugt ihn. Mit 12 Studierenden ist die Klasse angenehm klein. Einige Kolleginnen und Kollegen kannte Waltert bereits aus früheren Modulen, viele lernte er neu kennen. Gerade die überschaubare Klassengrösse empfindet er als grossen Vorteil, weil sie den Austausch erleichtert und ein intensives Lernen ermöglicht.

Marco Waltert

Ein weiterer wichtiger Punkt für ihn ist der Blick über die eigene Region hinaus. Dass er sich als Zürcher - seine letzte Arbeitsstation war in Winterthur - für Maienfeld entschieden hat, hat auch mit den unterschiedlichen Waldrealitäten in der Schweiz zu tun. Waltert wollte bewusst dorthin, wo er Themen kennenlernt, die in seinem bisherigen beruflichen Umfeld kaum eine Rolle spielten. Dazu gehören etwa die Naturgefahren in einem Bergwald, andere Formen der Erholungsnutzung oder unterschiedliche natürliche Dynamiken im Wald. «Diese Vielfalt macht die Ausbildung für mich besonders spannend und wertvoll, weil ich auch Neues kennenlernen will», gibt Waltert zu verstehen. 

Der Förster von heute muss vor allem gut kommunizieren 

Was einen guten Förster heute ausmacht? Für Waltert hängt das stark vom jeweiligen Betrieb ab. Die Stellenprofile seien sehr unterschiedlich. Klar ist für ihn aber, dass Kommunikation und Zusammenarbeit immer wichtiger werden. Gerade in Forstbetrieben mit Personalführung oder im Austausch mit Auftraggebern wie Gemeinden brauche es neben Fachwissen auch starke soziale und kommunikative Kompetenzen.

Marco Waltert

Denn auch die Herausforderungen im Beruf verändern sich. Waltert beobachtet, dass gesellschaftliche Entwicklungen den Berufsalltag zunehmend prägen. Viele Menschen informieren sich selbst, hinterfragen forstliche Arbeit und treten mit klaren Meinungen auf – auch wenn ihnen oft die fachliche Einordnung fehle. Umso wichtiger sei es, dass Förster ihre Arbeit gut erklären und verschiedene Anspruchsgruppen mitnehmen können. 

Offen für den nächsten Schritt 

Wo Waltert nach dem Abschluss beruflich stehen wird, lässt er bewusst offen. Zuerst möchte er die Ausbildung auf sich wirken lassen und sich fachlich weiterentwickeln. «Försterstellen sind oft langfristige Positionen. Passende Chancen ergeben sich nicht an jeder Ecke», meint er mit Blick auf die Zukunft. Für ihn ist deshalb klar: Erst kommt die Weiterbildung, dann der nächste Schritt. 

Sein Rat an alle, die sich ebenfalls für den Lehrgang interessieren, ist eindeutig: möglichst viele verschiedene Erfahrungen sammeln. «Wer bereits unterschiedliche Betriebe, Regionen und Arbeitsweisen kennengelernt hat, kann in der Ausbildung besser mitdiskutieren und Zusammenhänge schneller verstehen», gibt der 32-Jährige jungen Forstwarten mit. Praxiserfahrungen vor dem Schulstart seien besonders wertvoll, weil sie sich später nicht einfach nachholen lassen. 

Marco Waltert weiss, was ihn an seinem Beruf begeistert – die Arbeit draussen, die Nähe zur Natur und das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Mit dem Lehrgang zum Förster HF schafft er nun die Grundlage für den nächsten Schritt.