An der ibW GV vom 24. Juni wurde Grossrat Jan Koch zum neuen Präsidenten des ibW Trägervereins gewählt. Fünf Fragen an den neuen Präsidenten.
Jan Koch, herzliche Gratulation zur Wahl. Als langjähriges Vorstandsmitglied sind Sie der ibW-Familie natürlich bekannt. Trotzdem: Erzählen Sie etwas über sich. Wer ist Jan Koch?
Ich bin Unternehmer, Bündner und politisch seit vielen Jahren im Kanton engagiert. Die ibW kenne ich nicht nur als Vorstandsmitglied, sondern auch aus eigener Erfahrung als Student. Nach meiner Lehre durfte ich an der ibW eine TS-Ausbildung und später weitere Kurse absolvieren. Diese Ausbildung hat mich fachlich und persönlich stark geprägt. Sie hat mir auch den Weg geöffnet, ohne Matura später weiterzustudieren. Gerade deshalb weiss ich aus eigener Erfahrung, welche Bedeutung die ibW für Menschen, Betriebe und die regionale Wirtschaft hat. Sie schafft Chancen, öffnet Türen und verbindet berufliche Praxis mit persönlicher Weiterentwicklung.
Ich bin überzeugt: Ein grosser Teil meines eigenen Weges wäre ohne die ibW so nicht möglich gewesen. Privat bin ich verheiratet und lebe mit meiner Frau, unserem Hund Yoshi und unseren beiden Katzen Speedy und Fluffy in Tamins. Wer mich kennt, weiss: Bei uns ist also auch neben Beruf, Politik und verschiedenen Mandaten immer etwas los. In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport, bin in Gesellschaft und mit grosser Leidenschaft mit meinem Oldtimer unterwegs.
Sie treten in die Fussstapfen von Jürg Michel, der die ibW viele Jahre geprägt hat. Wie beurteilen Sie die Herausforderung?
Das sind grosse Fussstapfen. Jürg Michel hat die ibW mit viel Engagement, Weitsicht und Herzblut gut 30 Jahre lang geprägt. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die ibW heute eine starke, breit abgestützte und anerkannte Institution ist. Dafür gebührt ihm grosser Dank und Anerkennung. Für mich geht es nicht darum, etwas völlig neu zu erfinden. Es geht vielmehr darum, auf einem sehr guten Fundament weiterzubauen. Die Herausforderung besteht darin, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig offen zu sein für neue Entwicklungen. Die ibW ist erwachsen geworden und wird ab nächstem Jahr keine Defizitfinanzierung mehr erhalten. Das wird uns fordern, aber auch Chancen ermöglichen. Ich sehe diese Aufgabe mit Respekt, aber auch mit grosser Freude. Die ibW hat sehr gute Mitarbeitende, engagierte Dozierende, starke Partner und eine klare Verankerung in der Region. Das ist eine ausgezeichnete Ausgangslage.
Als Grossrat waren Sie massgeblich beim neuen Berufsbildungsgesetz beteiligt, das im Frühjahr 2026 verabschiedet wurde. Welche Bedeutung hat das Gesetz für die ibW?
Das neue Berufsbildungsgesetz ist für die ibW sehr wichtig. Es stärkt die Höhere Berufsbildung und schafft eine bessere Grundlage für jene Bildungsangebote, die für unseren Wirtschaftsraum von zentraler Bedeutung sind. Graubünden ist der erste Kanton, der somit der Höheren Berufsbildung den Stellenwert gibt, den sie längst verdient hat.
Die Berufsbildung eröffnet Perspektiven. Sie gibt Menschen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Weg zu gehen. Für die Betriebe bedeutet das gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte, die aus der Praxis kommen und wissen, worauf es im Alltag ankommt. Die ibW nimmt in diesem System eine Schlüsselrolle ein. Sie ist nahe bei den Menschen, nahe bei den Betrieben und nahe bei den Bedürfnissen der Wirtschaft. Das neue Gesetz ist deshalb auch ein Bekenntnis zur Praxis, zur Höheren Berufsbildung und zu einem Bildungsweg, der für Graubünden und die Südostschweiz unverzichtbar ist.
Sie sind unter anderem Geschäftsführer des Bündner Unternehmens Luzi Gerüste AG sowie Vizepräsident im Bündner Gewerbeverband. Wie wichtig ist die Nähe zur regionalen Wirtschaft für die ibW?
Diese Nähe ist entscheidend. Die ibW darf nie abgehoben oder rein theoretisch werden. Ihre Stärke liegt genau darin, dass sie die Bedürfnisse der Wirtschaft kennt und ernst nimmt. Unternehmen brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, praxisnahe Weiterbildungen und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Die ibW muss deshalb nahe bei den Betrieben, den Branchen und den Entwicklungen im Arbeitsmarkt bleiben. Sie soll zuhören, aufnehmen, mitdenken und dort Bildungsangebote schaffen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.
Gibt es zum Start Ihrer Präsidentschaft etwas, das Sie den ibW-Mitarbeitenden und der ibW-Familie insgesamt sagen möchten?
Zuerst möchte ich Danke sagen. Die ibW lebt von Menschen, die sich täglich engagieren: in der Administration, in der Führung, in den Lehrgängen, in den Fachausschüssen und in den Vorständen. Dieses Engagement ist die Grundlage für den Erfolg der ibW.
Ich komme mit grossem Respekt in diese neue Aufgabe. Mir ist wichtig, zuzuhören, die Menschen kennenzulernen und gemeinsam weiterzuentwickeln, was die ibW stark macht. Die ibW hat eine grosse Bedeutung für Graubünden und die Südostschweiz. Sie schafft Perspektiven, stärkt Karrieren, unterstützt Unternehmen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Berufsbildung und zum Wirtschaftsstandort. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit der ganzen ibW-Familie an dieser Aufgabe weiterzuarbeiten.